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Als 89-jähriger fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt. Die Sitzung des Bundestages deren Ursache und Wirkung sich für die nächsten Jahre über die neue Legislaturperiode hinaus bemerkbar machen wird, hat für mich ein eindeutiges »Geschmäkele«, wie man so sagt. Auch wenn das Bundesverfassungsgericht alle Eilanträge abgelehnt hat und die Rechtmäßigkeit der Handlungsweise des Bundestages bestätigt hat, war es politisch »nicht sauber« und stand eigentlich im Widerspruch zu den Wahlkampfversprechen aller beteiligten Parteien. Aufrüstung ohne Bremse, ist das jetzt die neue Wirtschaftspolitik der Bundesregierung? Mir graut vor jedem gegenwärtigen Tag. Alle Medien sind auf Kurs gebracht und trommeln von früh bis abends das Lied einer absoluten Kriegsvorbereitung. Die Börse boomt und die langerwarteten Profite der Kriegsindustrie steigen ins Unermessliche. Da ja wie uns erzählt wird die RF in etwa vier Jahren bereit und in der Lage ist Krieg gegen den Westen zu führen (woher hat man diese Kenntnisse?) wird alles auf Krieg getrimmt. Vor einigen Tagen wurden die Standorte der Truppen gegen die RF aufgezeichnet. Dabei kam mir ein Bild aus dem Bildband des Militärverlages »Der II. Weltkrieg« in den Sinn. Es zeigte den »heldenhaften« Generaloberst Guderian der am Morgen des 22.6.1941 am Grenzfluss Bug der Sowjetunion gegenüberstand und in das vor ihm liegende Land schaute. An dem gleichen Fluss liegen angeblich wieder diesmal NATO-Truppen. Für mich stellt sich die einfache Frage, »Wollen wir der russischen Seite zuvorkommen?« Mehrmals gesagt, Anfang und Ende des II. Weltkrieges sind bekannt.
Hans Lüdtke, Ludwigslust, 02.04.2025