Mecklenburger Blitz
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Leserbriefe
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typisch-deutschland
Iran und die USA haben einen Weg gefunden, endlich den von Israel und den USA angezettelten Krieg zu beenden. Obwohl noch gar nicht richtig bekannt ist, was dieser Vertrag im Einzelnen beinhaltet, spricht die deutsche Politik schon von einer katastrophalen Vereinbarung, einer Niederlage für die USA und einen gefährlichen Deal für Europa. Anstatt froh darüber zu sein, dass das sinnlose Töten erstmal gestoppt wird und man wieder miteinander redet, werden sofort Maximalforderungen angemahnt, die Amerika hätte erreichen sollen. Wer da eine Gleichheit zur Ukraine erkennt, hat wohl nicht unrecht. Natürlich haben die USA, nach dem was man weiß, einige Zugeständnisse gemacht, auch weil der Krieg inzwischen auch Amerika schadet, aber das ist doch wenigstens ein Ansatz, der für die ganze Welt bedeutsam ist. Wenn man wieder miteinander redet, wird es auch möglich sein, andere Absprachen zu treffen. Wichtig wird es sein, dass Trump die Israelis gebändigt kriegt, die ihn in diesen Konflikt hinein gezogen haben, und ihn jetzt dumm dastehen lassen. Die deutsche Politik sollte endlich das verstehen, was sie immer selber im Munde führt - die Welt verändert sich und Kriege sind kein Mittel, um Konflikte zu lösen.mehr... -
rostock-schmuddelstadt
Eindrücke einer Reise durch unterschiedlich große Städte Polens, Breslau, Krakau, Thorn: Graffiti auf Wänden und Türen? Rarität. Zigarettenkippen und Kaugummiflecken auf Straßen, an Bahn- und Bushaltestellen, im Rinnstein: nicht zu finden. Papiere, Dosen, (Fast-Food-)Verpackungen auf Straßen und in Parks - nix da. Kein Straßenkehrer, der beseitigt, keine öffentliche Aufforderung zur Sauberkeit. Und in Rostock das Gegenteil. Zum Thema Sauberkeit gehören auch öffentliche Toiletten. In Shopping Malls gibt es im Vergleich zu hier ein vielfaches an Damentoiletten. Generell sind alle Toiletten, auch auf Autobahnen und Landstraßen, picobello sauber, ohne Spuren vorheriger Benutzung. Und das auch noch alles kostenlos. Fußgänger an Zebrastreifen - ein Fuß ist noch nicht mal auf dem Streifen und schon wird gehalten - grundsätzlich, von allen Fahrzeuglenkern. Schulklassen laufen geordnet ohne Zank, ohne Schubsen, ohne militärische Formation. Gespräch unterwegs mit Leipzigern: Sie sind ebenfalls von der Sauberkeit fasziniert. Ihre Feststellung: Leipzig wird durch den öffentlichen Schmutz für Touristen immer unattraktiver. Kann man für Rostock auch sagen - zumal für die skandinavischen Gäste öffentliche Sauberkeit Standard ist. Warum ist es in Rostock so schmuddelig? Anspruchshaltung ohne Gegenleistung, fehlender Gemeinsinn führen zum sichtbaren Egoismus. Ordnung – das geht doch uns alle an. Sie ist eine Sache von Vorbild, Erziehung und Gemeinsinn beginnend bei den Großelternmehr... -
es-ist-nicht-zu-fassen-2
Da war doch gestern (15. Juni 2026) bei Spiegel-Online zu lesen, dass sich die EU damit befasst, wie Marmelade zu etikettieren ist. Wenn der Hersteller eindeutig schreibt, was Marmelade, Konfitüre oder Fruchtaufstrich ist und das von jedem Verbraucher auch ohne Lupe gelesen werden kann, wird jeder selbst entscheiden können, was er kauft. Es geht doch nicht an, dass Marmelade zum Beispiel nur das ist, was aus Zitrusfrüchten hergestellt wird. Konfitüre beinhaltet Früchte, Marmelade keine (Fruchtteile) und Fruchtaufstrich mag etwas gestreckt sein. Da brauchen wir keine EU-Regelungen dazu (die hat ja auch vorgeschrieben, wie krumm eine Gurke sein darf oder gerade sein muss, um im Angebot zu liegen). Die EU sollte sich um Frieden auf unserem Kontinent und anderswo bemühen, das ist wichtig und nicht die Etikettierung irgendwelcher Lebensmittel. Und es geht nur um Frieden und die Sicherheit auch in Europa, und das ist nur zu schaffen, wenn man sich keine zusätzlichen Feinde schafft, sondern mit allen zusammenarbeitet, die diesen Kontinent bevölkern! Aber diese Gedanken kommen von der Basis und die EU ist von dieser meilenweit entfernt!mehr... -
rock-in-der-ddr
Der Vorstand hatte wieder ein interessantes Thema avisiert und lud dazu Ullrich Schuster (Jahrgang 65) aus dem Schallplattenladen in der Mühlenstraße 1 ein. Mit 19 arbeitete er schon als DJ und durfte sich nach abgelegter Prüfung „Staatlich anerkannter Schallplattenunterhalter“ nennen. Nach Armeezeit und Studium war er als Bauingenieur tätig und führt seit 2013 o. g. Laden. Will man sich einen Überblick über die Geschichte des Rocks in der DDR verschaffen, so sei das Buch von Michael Rauhut „Politik mit Musik/Rock in der DDR 1964 - 1989“ sehr empfohlen. Natürlich gab es in der DDR Bands, aber sie wurden politisch umklammert und „beauftragt“, mit ihrer Musik einen Gegenpol zur „musikalischen westlichen Unterwanderung“ zu schaffen. Die DDR-Bands sollten mit ihrer Musik junge Kommunisten erziehen. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Bands. Team 4 wurde 1964 gegründet und bot als erste Rockband ausschließlich deutschsprachige Titel mit Akzeptanz in den Augen der Partei- und Staatsführung an. Im gleichen Jahr wurde die Stern-Combo Meißen (ab 1980 Stern Meißen) gegründet, eine der ältesten bestehenden Rockbands Deutschlands. Eines ihrer Werke ist das Album „Weißes Gold“ (Hintergrund das Meißner Porzellan). Die „Klosterbrüder“ (1963) galten als eine der „härtesten“ Rockgruppen der DDR. Wegen des Begriffs „Kloster“ im Namen wurde die Band in „Magdeburg“ umbenannt. Ein bekannter Titel war „Lied einer alten Stadt“. Die Band „Silly“ war eine Klasse für sich, vor allem wegen der charismatischen Sängerin Tamara Danz, deren Songs auch im Westen ihr Publikum fanden. Die „Puhdys“ geben ihr Gründungsjahr mit 1969 an. 1973 traten sie bei den X. Weltfestspielen in Berlin auf und durften Konzerte im westlichen Ausland geben. Sehr bekannt ist ihre Filmmusik zur „Legende von Paul und Paula“. Die 1976 in Leipzig gegründete Band „Karussell“ ist bekannt durch ihre Titel „Wer die Rose ehrt“, „Ehrlich will ich bleiben“ und „Autostop“. Die Band „Brot und Salz“ ging 1973 nach den Weltfestspielen aus der Gruppe Thomas Natschinski hervor. Bekannt sind ihre Rockballaden „Deine Schritte sind so klein“ oder „Nie zuvor“. Aus dem Dresden-Septett entstand 1973 die Gruppe „Lift“, die Blues, Soul und Gospel mit Bläserbesetzung spielte, während spätere Stücke verträumt-intim, mehrstimmig und von kraftvollem Chorgesang geprägt sind. Die Klaus Renft Combo (1958) fiel durch sehr systemkritische Texte auf, die zu Auftrittsverboten und letztlich 1975 zur Auflösung führten. Seit 1975 erfreut „Karat“ erfolgreich ihre Fans, deren bekanntestes Lied „Über sieben Brücken musst du gehn“ immer wieder gern gehört wird. Auch viele Einzelkünstler prägten diese Zeit. Nicht vergessen werden dürfen Nina Hagen mit ihrem „Du hast den Farbfilm vergessen“, Reinhard Lakomy, Wolfgang Ziegler, Manne Krug und natürlich Frank Schöbel mit Chris Doerk und Aurora Lacasa. Die Aufzählung wäre sicherlich fortzusetzen. Ullrich Schuster beschränkte sich auf die Zeit bis Ende der 1976er Jahre und stellte bei Interesse weitere Vorträge in Aussicht. Das Publikum (92 Gäste) dankte ihm mit herzlichem Beifall für den mit viel Rockmusik unterlegten Vortrag.mehr... -
gastronomie-in-der-krise-was-sich-aendern-muss
Seit Monaten beobachten wir, dass viele Menschen deutlich seltener in Restaurants gehen. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber sie haben eines gemeinsam: Sie sind hausgemacht und lösbar. Wenn wir wollen, dass unsere Innenstädte lebendig bleiben und die Gastronomie überlebt, müssen Politik und Betriebe gleichermaßen handeln. Viele Bürgerinnen und Bürger empfinden die aktuellen Preise als nicht mehr nachvollziehbar. Steigende Kosten sind real, doch Transparenz fehlt oft. Wer 22 Euro für ein einfaches Gericht bezahlt, möchte verstehen, wofür. Gleichzeitig berichten Gäste von schwankender Qualität, überlastetem Personal und einem Service, der nicht mehr dem entspricht, was man früher selbstverständlich erwarten konnte. Hinzu kommt ein politisches Umfeld, das Gastronomen das Leben unnötig schwer macht. Das ständige Hin und Her bei der Mehrwertsteuer, überbordende Bürokratie und fehlende Planungssicherheit führen dazu, dass viele Betriebe kaum noch wirtschaftlich arbeiten können. Diese Unsicherheit spüren auch die Gäste. Dabei wünschen sich die Menschen nichts Unmögliches: faire Preise, verlässliche Qualität, freundlichen Service und ein angenehmes Ambiente. Restaurants müssen wieder Orte werden, an denen man sich wohlfühlt – nicht nur Konsument, sondern Gast ist. Und die Politik muss endlich Rahmenbedingungen schaffen, die kleinen und mittelständischen Betrieben das Überleben zu ermöglichen. Wenn wir wollen, dass Menschen wieder häufiger essen gehen, brauchen wir Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und eine Gastronomie, die sich an den Bedürfnissen der Bürger orientiert – nicht an kurzfristigen politischen Entscheidungen.mehr...