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Demografischer Wandel

Im Radio werden regelmäßig die Arbeitslosenzahlen und ähnliche Statistiken dem willigen Hörer übermittelt. Die eine oder andere Meldung regt dabei auch zum Nachdenken an. Es fehlen tausende Arbeitskräfte, auch bedingt durch den demografischen Wandel. Dieser Wandel ist natürlich stets ein beliebtes Thema, vor allem bei einem Großteil der heutigen Jugend . Ich habe auch diesbezüglich schon Aussagen gehört, dass die ältere Generation den jungen die Zukunft verbaut. Es ist natürlich unverantwortlich, wenn ein alter Mensch nach 45 Arbeitsjahren und mehr sagt, so es reicht, ich setze mich zur Ruhe! Der junge, der diesen freiwerdenden Arbeitsplatz besetzen könnte, wird ja förmlich dazu gezwungen, sein bisheriges Leben aufzugeben. Das grenzt ja fast schon an Nötigung! Wer gibt schon freiwillig auf - gesunden Schlaf bis 14 Uhr, dann gut essen, anschließend mit Kumpels abhängen und Handys bis zur Bewusstlosigkeit malträtieren und abends noch eine flotte Fete mit Mädels und reichlich Alk und ansonsten stets darauf hoffen, dass das Bürgergeld pünktlich überwiesen wird. Ich will hier auf keinen Fall den Eindruck erwecken, die gesamte Jugend über einen Kamm scheren zu wollen, denke aber, fast jeder von uns kennt in seiner Umgebung solche Typen. Es gibt natürlich auch viele junge Menschen, die sich durch Fleiß eine lebenswerte Zukunft aufbauen. Mein Arbeitsleben wurde nach 45 Jahren durch einen schweren Arbeitsunfall beendet und ich hätte mir nie vorstellen können, dass andere Menschen meinen Lebensunterhalt bestreiten müssen. Genau das tun aber diese Typen und führen eigentlich ein paradiesisches Dasein. Wenn Faulheit es in diesem Sozial- und Rechtsstaat wert ist, auch noch honoriert  zu werden, dann kann es einem um die Zukunft dieses Landes schon Angst und Bange werden. Wenn man als Jugendlicher seinem Zukunftsaufbau einen parasitären Anstrich verpassen möchte, sollte man vielleicht auch mal daran denken, dass der heutige Lebensstandard erst durch den Fleiß der "alten Generation" möglich wurde! Das setzt allerdings Nachdenken voraus und diese Fähigkeit ist vielen schon abhanden gekommen .

Dieter Fender, Greifswald, 28.03.2025

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